Die jährliche „Renteninformation“ der Deutschen Rentenversicherung

Die Fakten zur gesetzlichen Renteninformation

Einmal jährlich informiert die Deutsche Rentenversicherung alle Versicherten über den Stand ihrer gesetzlichen Rente und listet in ihrer Renteninformation die voraussichtlichen individuellen Bezüge im Ruhestand auf. Doch was bedeuten die Zahlen wirklich?

Rund 1.500 Euro im Monat als voraussichtliche Rente werden für rund ein Viertel der deutschen Männer in Aussicht gestellt, obwohl die durchschnittliche monatliche Rente aller gesetzlich Rentenversicherten im Jahr 2017 gerade einmal 1.052 Euro betrug. Doch je näher man sich mit den Details beschäftigt, desto kleiner wird der Betrag auf der Renteninformation – vier Faktoren sind für das Schrumpfen der Rentenbezüge bestimmend:

Faktor 1: Der Fiskus fordert seinen Anteil

Auf die Ruhestandsbezüge entfällt Einkommensteuer. Die gesetzliche Renteninformation erwähnt das allerdings nur am Rande. Bereits ab einer monatlichen Rente von 764 Euro sind derzeit Steuern zu zahlen. So sorgt ein Freibetrag (2019 in Höhe von 9168 Euro) dafür, dass ein ganzer Teil der Rentnerschaft vom staatlichen Zugriff verschont bleibt. Doch schon eine einfache Rentenerhöhung kann dazu führen, den jährlichen Freibetrag zu überschreiten.

Faktor 2: Die Kranken- und Pflegeversicherung knabbert am Ruhegeld

Der Krankenversicherungsbeitrag liegt, je nach individuellem Zusatzbeitrag (durchschnittlich 0,9%) der jeweiligen Krankenkasse,  bei 15,5 Prozent. Der Rentenversicherungsträger zahlt davon die eine Hälfte, die andere Hälfte muss der Rentner selbst tragen – also 7,75 Prozent. Hinzu kommt noch der Beitrag zur Pflegepflichtversicherung in Höhe von 3,05%, gegebenenfalls erhöht um den Beitragszuschlag für Kinderlose (0,25%). Ein Ruheständler mit einer heutigen Durchschnittsrente von 1.052 Euro zahlt somit 113,62 Euro monatlich für die Kranken- und Pflegeversicherung selbst.

Faktor 3: Die Inflation wirkt in aller Stille – aber kräftig

Bei längeren Zeiträumen, also zwischen der jetzt zur Verfügung gestellten Information und dem tatsächlich angedachten/ausgewiesenen Rentenbeginn, wirkt die Inflation massiv auf die zu erwartende Rentenhöhe ein. Beispiel: In einem Jahr macht eine Geldentwertung von zwei Prozent aus 1000 Euro einen Betrag von gut 980 Euro. Klingt nicht so dramatisch? Nach 30 Jahren sind die 1.000 Euro nur noch knapp die Hälfte wert. Das bedeutet eine Halbierung der Kaufkraft der Rente.

Faktor 4: Das Rentenniveau könnte weiter sinken

Bis zum Jahr 2059 soll das Rentenniveau von 48,16 Prozent auf etwa 41,9 Prozent des Nettodurchschnittsverdienstes sinken, so wird es zumindest diskutiert und prognostiziert. Dies hätte fatale Folgen, denn in der Regel stammen rund zwei Drittel des Einkommens von Ruheständlern aus der gesetzlichen Rente.

Was ist also zu tun?

Eigeninitiative und zusätzliche rentable Vorsorge ist gefragt, um im Ruhestand die Rentenbezüge zu ergänzen und den gewohnten Lebensstandard halten zu können. Dafür steht eine breite Palette an Anlagemöglichkeiten zur Verfügung.

Doch Fakt ist: Wer in Niedrigzinszeiten die Chance auf eine Rendite oberhalb der Infaltionsrate sicherstellen will, muss kalkulierbare Risiken eingehen – sprich: Auf Aktienfonds setzen. Was jedoch die richtige Lösung ist, hängt immer von der individuellen Situation und Risikoneigung des Einzelnen ab. Wichtig ist, überhaupt aktiv zu werden. Denn eins gilt für alle: Nichtstun ist keine Option!

Regelmäßig sorgt die jährliche Renteninformation aufgrund Ihrer Gestaltung für Verwirrung und die dargestellten Zahlen und Daten werden in den meisten Fällen vom Versicherten falsch interpretiert. Deshalb sollte der Erhalt der gesetzlich Renteninformation für jeden zukünftigen Rentenbezieher Anlass sein, dessen Inhalt grundlich zu hinterfragen und die bisherige Ruhestandsplanung an die aktuellen Marktgegebenheiten anzupassen.

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